Eine Abenteuerreise

05.06.2019

Im Interview mit dem Unternehmerverlag Südwestfalen spricht unser Geschäftsführer Tobias Davidsson über das
25-jährige Bestehen von Fischer & Partner, die Personal- und Zeitarbeitsbranche sowie über sein Engagement beim Mentorenprogramm im Rahmen des Gründerpreises.

Herr Davidsson, Sie blicken aktuell auf eine 25-jährige Firmenhistorie zurück. Inwiefern haben sich die Anforderungen an das Unternehmen im Laufe der letzten Jahre verändert?
Tobias Davidsson: Es sind vor allem die regelmäßigen Gesetzesanpassungen in der Arbeitnehmerüberlassung, die unsere tägliche Arbeit maßgeblich beeinflussen. 2017 ist die letzte bedeutende Reform in Kraft getreten. Dabei ging es um die Höchstüberlassungsdauer und Equal Pay. Jede Reform erfordert eine intensive Vorbereitung und muss in unsere Prozesse neu integriert werden. Am Ende geht es immer auch um die Rechtssicherheit für Fischer & Partner und für unsere Kunden.

Und wie hat sich der Markt in dieser Zeit verändert? Die Personalbrancheist ja gefühlt in einem ständigen Umbruch, auch politisch bedingt.
Tobias Davidsson: Vor etwa zwanzig Jahren war Zeitarbeit noch verpönt. Sowohl bei den Betrieben als auch bei den Arbeitnehmern. Heute ist die Arbeitnehmerüberlassung fester Bestandteil der deutschen Wirtschaft und wird von der Gesellschaft in Gänze akzeptiert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unternehmen haben zunehmend Bedarf an flexiblen Strukturen. Denn unvorhersehbare Konjunkturschwankungen und der Fachkräftemangel erfordern es, die gewohnten Pfade zu verlassen. Die Arbeitnehmerüberlassung kann genau diese Anpassungsfähigkeit gewährleisten. Aber auch Arbeitnehmer haben erkannt, dass die Zeitarbeit Chancen bietet, z. B. einen vereinfachten Einstieg in den Arbeitsmarkt. Zusätzlich hat die Politik durch Anpassungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes die Branche fairer, aber auch komplexer gemacht.

Welches waren die wichtigsten Ereignisse in der jüngeren Unternehmensgeschichte?
Tobias Davidsson: Die letzten fünf Jahre haben wir uns rasant weiterentwickelt. Neben der Zentrale in Iserlohn sind Niederlassungen in Magdeburg und Stuttgart dazugekommen. Auch unser Dienstleistungsportfolio hat sich erweitert. Neben unserem Ursprung, der Arbeitnehmerüberlassung, sind wir auch in der Personalvermittlung, im Onsite-Management sowie Interim-Management aktiv. Besonders stolz macht uns natürlich unser 25. Geburtstag dieses Jahr – eine Seltenheit in unserer Branche.

Sie haben das Unternehmen ja nicht selbst gegründet, sondern von den damaligen Inhabern übernommen. Können Sie uns kurz erläutern, wie es dazu gekommen ist?
Tobias Davidsson: Die Übernahme von Fischer & Partner gleicht einer Abenteuerreise. Es war das Jahr 2004. Ich war 34 und hatte eine gute und sichere Führungsposition inne. Ich genoss viele Freiheiten und konnte meine Ideen verwirklichen. Ich hätte eigentlich allen Grund gehabt, zufrieden zu sein, aber da war dieses Gefühl nach „mehr“. Das dieses „Mehr“ eine Selbstständigkeit ist, ist mir erst durch ein Gespräch mit einem befreundeten Unternehmer klar geworden – ein befreiendes Gefühl. Für mich stand fest: jetzt oder nie!

Seit 2018 sind Sie auch Mentor beim Mentorenprogramm des Unternehmerpreises Südwestfalen und coachen hier junge Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Wie lautet ihr Zwischenfazit zum Coaching-Programm?
Tobias Davidsson: Die Idee ist hervorragend: Junge Gründer lernen von erfahrenen Unternehmern. Dabei gehört nicht
nur der Aufbau der Unternehmensstruktur dazu, sondern auch das Miteinander – das hat mich anfangs überrascht. Insgesamt ist es eine sehr spannende Zeit, die mir viel Freude bereitet.

Welche Themen/Faktoren werden Ihrer Meinung nach von Gründern bei der Unternehmensgründung unterschätzt?
Tobias Davidsson: Ich glaube, dass der Faktor Zeit gerne unterschätzt wird. Aller Anfang ist hart und so ist gerade zu Beginn der Gründungsphase Freizeit rar. Dessen sollte man sich bewusst sein und seine Familie und Freunde darauf vorbereiten.

 

Das Interview ist erschienen im Unternehmertum Südwestfalen in der Ausgabe März/April 2019, S. 54

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