Tabuthema - Mobbing am Arbeitsplatz

30.01.2019

Wenn es um das Thema Mobbing geht, denken viele zuerst an Jugendliche auf dem Schulhof und Anfeindungen in sozialen Netzwerken. Doch auch am Arbeitsplatz ist die systematische und regelmäßige Schikane keine Seltenheit. Immer mehr Arbeitnehmer werden durch Kollegen oder den Chef zu Mobbingopfern. Doch wie lässt sich Mobbing am Arbeitsplatz erkennen? Und was kann man dagegen tun?

Auch wenn für Betroffene ein Konflikt psychisch belastend ist, ist natürlich nicht jedes Missverständnis im Arbeitsleben direkt Mobbing. Anders sieht es aus, wenn jemand über einen längeren Zeitraum drangsaliert wird und die Zustände nicht mehr auszuhalten sind. Ziel der Täter ist dabei häufig, dass das Opfer kündigt und so das Unternehmen verlässt.

Typische Arten des Mobbings sind:

# 1 Gerüchte verbreiten
Klatsch und Tratsch sind auch in Unternehmen gang und gäbe. Doch wenn Gerüchte und Lügen destruktiv und immer gezielt gegen eine Person gerichtet werden, kann von Plaudereien keine Rede sein. Dazu gehört auch, wenn der Chef häufig vor Mitarbeitern, abwertend über abwesende Kollegen spricht.

# 2 Massive und ungerechtfertigte Kritik
Konstruktive Kritik empfinden die meisten Menschen als hilfreich. Demütigend ist es jedoch, wenn die Arbeitsleistung ständig grundlos abfällig beurteilt wird. Häufig kommen dazu negative Kommentare zu persönlichen Eigenschaften, also Charakter oder Aussehen. Dabei geht es vor allem darum, den anderen einzuschüchtern und herabzusetzen.

# 3 Über- und Unterforderung
Diese Form des Mobbings kommt meist aus der Chefetage. Sinnlose und stupide Aufgaben, mit denen Arbeitnehmer unterfordert werden sollen und sich langweilen. Im Gegensatz dazu, werden Opfer auch mit Themen zugeschüttet und mit Fristen unter Druck gesetzt.

# 4 Ausgrenzung
Keine Einladung zu Meetings, wichtige Informationen werden nicht übermittelt und Unterlagen verschwinden: Diese Form des Mobbings zielt darauf ab, die Arbeit von Kollegen oder Mitarbeitern zu sabotieren und sie damit bloß zu stellen.

 

Wie kann man sich wehren?
Wer merkt, dass die Kollegen oder der Chef es auf einen abgesehen haben, sollte sich unbedingt Unterstützung suchen. Vertrauen Sie sich einem außenstehenden Kollegen an, sprechen Sie mit einer unbeteiligten Person aus der Geschäftsführung oder gehen Sie zum Betriebsrat. Wichtig ist es auch, ein Tagebuch zu führen und alle Situationen zu erfassen. Wenn es Ihnen gelingt, sollten Sie auch das Gespräch mit dem Mobber suchen.


Was sagt der Gesetzgeber dazu?
Mobbing ist kein Kavaliersdelikt oder eine Bagatelle, sondern strafbar. Denn die Täter greifen in das Persönlichkeitsrecht ihres Gegenübers ein. Strafrechtlich belangt werden können zum Beispiel Beleidigung, üble Nachrede und Körperverletzung.

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